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SOMMERFERIEN
Das Museum bleibt vom 16.7-3.9.2017
für Besucher geschlossen


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Bibliothek und Museum

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Das Museum zeigt seine Schätze
Es gibt viel zu entdecken

Das Museum zeigt seine Sch?tze, Porzelanfigur

Ein Museum und ein Eisberg haben etwas gemeinsam: bei beiden sieht der Betrachter nur einen Bruchteil  des Ganzen, der größte Teil bleibt im Normalfall verborgen. Dies für das Steglitz-Museum zu ändern, ist eines der Ziele dieser Ausstellung. Über viele Jahre sind Sammlungen zusammengetragen worden, besonders aus Schenkungen und Nachlässen unserer Mitglieder und Freunde, die aus den verschiedensten Gründen selten oder gar nicht gezeigt werden. Im  Rahmen dieser Ausstellung werden den Besuchern ausgewählte Schätze aus verschiedenen Bereichen vorgestellt. Gemeinsam ist ihnen, dass sie  einen – wenn auch unterschiedlichen - Bezug  zu Lankwitz, Lichterfelde, Steglitz oder Südende haben und damit  zu deren Entwicklung und Geschichte.   

Objekte aus der Sammlung zur Stadtgeschichte

Die Dokumentation der Stadtentwicklung ist ein wichtiges Anliegen. Dazu besitzt das Museum zahlreiche Modelle historisch  bedeutsamer Bauwerke und Kartenmaterial. Oft verbindet sich mit ihnen eine besondere Geschichte, sei es das Tagebuch des Modellbauers, oder der Weg, auf dem das Sammlungsstück ins Steglitz-Museum gekommen ist. Das Gutshaus Lichterfelde am Hindenburgdamm, besser bekannt als „Carstenn-Schlösschen“, hat eine lange, wechselhafte Geschichte. Das gezeigte Modell ist Ergebnis einer Auseinandersetzung  mit seiner Vergangenheit, und der Erbauer, ein junger Schüler, hat dabei Ursprung und Werdegang seines Werkes detailgetreu in einem Tagebuch dokumentiert.

Eine Schulwandkarte, sie wurde vermutlich 1928 von dem bekannten Lehrer und Heimatforscher Karl Pappenheim erstellt, zeigt das Dorf Lichterfelde im Jahre 1866. Es war die Zeit, als Johann Anton Wilhelm Carstenn sich entschlossen hatte, hier vor den Toren Berlins eine Villenkolonie entstehen zu lassen. Er hatte begonnen, die entsprechenden Landflächen von den Gütern Lichterfelde und Giesensdorf zu erwerben. Damit stand die Entwicklung Lichterfeldes gewissermaßen in den Startlöchern.

Modell des Carstenn-Schl?sschens
Modell des Carstenn-Schlösschens

Rathaus Lankwitz, Aquarell von Carl Loewe
Rathaus Lankwitz, Aquarell von Carl Loewe

Sammlungen bildender Künstler

Parallel zur städtebaulichen und  gesellschaftlichen Entwicklung der einzelnen Ortsteile entstand ein intensives Leben von  Kunst und Kultur. Zahlreiche Maler lebten und arbeiteten hier, und je nach ihrer künstlerischen Einordnung griffen sie immer wieder Motive aus ihrer Umgebung auf.
 
Für Fritz Bersch (1873 – 1945)  waren Malen und Zeichnen sein Leben. Er begann seinen Berufsweg als Lithograf. Danach studierte er an der Berliner Kunstakademie und war Lehrer an der Kunsthochschule Kassel. Von 1910 – 1941 lebte und arbeitete er in Lichterfelde als freischaffender Künstler. Für die Ausmalung von Sälen, für Werbegrafik und Plakatentwürfe aber auch für Portraits war er sehr gefragt. Von ihm stammen viele Landschaftsbilder aus der Lichterfelder Umgebung und Bilder von Berliner Persönlichkeiten. Zahlreiche Ausstellungen, insbesondere in Steglitz, verschafften ihm große Anerkennung. Viele seiner Werke gingen im Krieg verloren, das Steglitz-Museum ist in der glücklichen Lage, zahlreiche Originale des Künstlers zu besitzen.

Carl Loewe (1874 – 1961) hatte Architektur an der TH Charlottenburg studiert, und machte eine bemerkenswerte berufliche Karriere in der öffentlichen Bauverwaltung. Durch das „Berufsbeamtengesetz“ der Nationalsozialisten  wurde er wegen seiner jüdischen Abstammung 1935  aus dem Dienst entlassen und zog 1937 mit seiner Familie nach Steglitz. Seiner großen Begabung zum Zeichnen und Malen war er schon sehr früh nachgegangen. Mehrfach wurde sein künstlerisches Werk nach dem Krieg in Ausstellungen gewürdigt, darunter im Kunstamt Steglitz, im Berlin-Museum,  in Wuppertal und Königswinter. Das Stadtmuseum Berlin verfügt über eine bedeutende Sammlung seiner Bilder. Zahlreiche Aquarelle aus der Berliner Zeit, insbesondere mit Motiven aus Steglitz, befinden sich im Besitz des Steglitz-Museums.

Von Franz Müller-Münster (1867 – 1936), der im Selerweg lebte und sein Atelier in der Albrechtstraße hatte, gab es zahlreiche Wandgemälde in öffentlichen Gebäuden und Kirchen in Steglitz. Bekannt wurde er auch durch seine Buchillustrationen. Während die Werke im  öffentlichen Raum nahezu vollständig durch den Krieg verloren gingen, besitzt das  Steglitz-Museum u.a. mehrere Skizzenbücher und ein Selbstbildnis des Künstlers. Im Jahr 2005 war ihm dort eine Ausstellung gewidmet, in der die ganze Breite seines Schaffens gewürdigt wurde.

Zeugnisse der Wohnarchitektur

Die Gegebenheiten der Entwicklung der Vororte in Berlins Südwesten finden ihren Ausdruck in einer Wohnarchitektur besonderer Qualität: namhafte Architekten  bauten Villen und  Landhäuser. Besonders in Lichterfelde erwiesen sich die von J.A.W. Carstenn festgelegten Bauvorschriften als ausgesprochen segensreich. Aus der Sammlung des Museums  werden ausgewählte Beispiele von Gründerzeit- und Jugendstilarchitektur gezeigt. Auch der Architekt und Baumeister Gustav Lilienthal, Bruder des bekannten Flugpioniers, ist  mit dem unverkennbaren Profil seiner Entwürfe vertreten. Zahlreiche Villen in Lichterfelde erinnern an den besonderen Baustil dieses Architekten.

Villa in Lichterfelde, Architekt Gustav Lilienthal
Villa in Lichterfelde, Architekt Gustav Lilienthal

Stuhl des Eisenbahnk?nigs Herrmann Bachstein
Stuhl des Eisenbahnkönigs Herrmann Bachstein

Kostbares aus Steglitzer Bürgerhäusern

Aus den Beständen des Museums werden besondere Möbelstücke sowie kostbares Porzellan gezeigt. Darunter befinden sich der Vierländer Intarsien-Stuhl des Steglitzer Eisenbahnkönigs Herrmann Bachstein sowie eine Serie von Porzellanstücken aus der Königlichen Porzellan-Manufaktur KPM. Letztere wurden – als persönliche Arbeit – von einem Porzellanmaler als Geschenk für seine Familie hergestellt.
 
Es gehörte zum Habitus und war Ausdruck eines bestimmten Kunstinteresses wohlhabender Bürger bis in das 20. Jahrhundert hinein, sich von etablierten Kunstmalern portraitieren zu lassen. Das Steglitz-Museum besitzt solche Bilder von drei Ehepaaren mit den typischen Ausprägungen, alles Schenkungen hiesiger Bürger. Bei zwei Paaren sind leider die Maler und die dargestellten Personen nicht bekannt. Durch einen Glücksfall wurden dem Museum in jüngster Zeit die Portraits des ersten Steglitzer Bezirksbürgermeisters Martin Sembritzki und seiner Ehefrau Helene geschenkt. Sie war eine vielseitige Künstlerin und hat auch diese Portraits gemalt.

Portait von Helene Sembritzki           Portait von Martin Sembritzki
Portaits von Helene und Martin Sembritzki

 Über diese Ausstellung

Mit den hier gezeigten Gegenstände und Bildern wird dem Besucher ein Stück Stadtgeschichte  nachgezeichnet, zwar zeitfern, aber dennoch nachvollziehbar. Spuren und Zeichen dieser Zeit werden so gesichert. Auf die eine oder andere Weise ist mit vielen von ihnen eine besondere Geschichte verbunden.

N?hk?stchen mit Intarsien
Nähkästchen mit Intarsien

Fast alle  Objekte dieser Ausstellung stammen aus Schenkungen oder Nachlässen.  Wir möchten allen, die so die Sammlungen des Steglitz-Museums bereichert haben, unseren Dank aussprechen.

Ein besonderer Dank gilt der Sparda-Bank in Steglitz, die dies Ausstellungsprojekt durch eine großzügige Spende unterstützt.


Artikel geändert: 2010-10-23 00:12:16