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Überflieger
Lilienthal, Hünefeld und die Luftbrücke
2008 - Ein Jubiläumsjahr der Flieger


Ausstellung im Steglitz-Museum vom 13. April bis 20. Juli 2008

Eine Reihe von Jubiläums- und Gedenktagen der Luftfahrt sind mit dem Jahr 2008 verbunden. Die Menschen, die mit diesen Ereignissen in Verbindung stehen, ihrem Leben und seinen besonderen Umständen ist diese Ausstellung in erster Linie gewidmet.

Otto Lilienthal
Otto Lilienthal
 Gustav Lilienthal
Gustav Lilienthal
 G?nther Freiherr von H?nefeld
Günther Freiherr
von Hünefeld
 Lucius D. Clay
Lucius D. Clay

 Der Traum vom Fliegen - die Brüder Otto und Gustav Lilienthal

Lilienthals Fluggerät

Zum 160. Mal jährt sich Otto Lilienthals Geburtstag. Er und sein jüngerer Bruder Gustav wuchsen in Anklam in Vorpommern auf. Schon als Jugendliche war das Fliegen ihr Traum: Sie beobachteten den Flug der Vögel, ließen sich von Matrosen die Funktion der Schiffssegel erklären und bauten ihren ersten "Flugapparat". Dass der Flugversuch scheiterte, war eher ein zusätzlicher Ansporn, weiterzumachen.

Die Faszination des Fliegens blieb das Band zwischen den beiden Brüdern, auch als ihre beruflichen Wege getrennt waren. Otto, erfolgreicher Ingenieur, hatte eine Maschinenfabrik aufgebaut, die Dampfkessel herstellte, später auch die von ihm entwickelten Flugapparate. Gustav suchte nach einer Maurerlehre und einigen Semestern Bauakademie seinen Weg als Architekt. Nach Stationen in Prag, London, und Australien ohne nachhaltigen Erfolg gelang es ihm, in Berlin Fuß zu fassen. Zahlreiche Häuser im Lichterfelder Stadtbild lassen noch heute die unverwechselbare Handschrift des Baumeisters erkennen.

Otto Lilienthal bei seinen ersten Flugversuchen

Fliegen wie ein Vogel

Die Brüder glaubten an das Prinzip des Vogelflugs als Vorbild für den Flug des Menschen. In vielen Versuchen erforschten sie die Wirkung der Luftströmung auf den Vogelflügel, um so die physikalischen Gesetzmäßigkeiten des Nachbaus zu bestimmen. Vom Abraum einer Ziegelei in Lichterfelde ließ Otto den bekannten Fliegeberg aufschütten, um dort seine Flugapparate zu testen. Bei einem Flugversuch bei Stölln in den Rhinower Bergen im August 1896 stürzte er ab und starb an den Verletzungen.

Schwingenflugzeug, konstruiert von Gustav Lilienthal

Über 10 Jahre später griff Gustav Lilienthal die Ideen der Fliegerei wieder auf. Er glaubte weiter an das Prinzip des Vogelflugs und die Überlegenheit seines Schwingenflugzeugs, an dessen Weiterentwicklung er bis zu seinem Tode vor 75 Jahren arbeitete.
 
Auch wenn die Flugtechniken der Brüder Lilienthal letztlich nicht zum Ziel führten, so haben doch haben ihre wissenschaftlichen Untersuchungen und die Flugversuche der weiteren Luftfahrtentwicklung wichtige Erkenntnisse geliefert. Zu Recht sind beide als Flugpioniere in die Luftfahrtgeschichte eingegangen.

Vor 80 Jahren: Gegen den Wind - westwärts über den Atlantik

Im Mai 1927 hatte Charles Lindbergh mit seiner legendären Atlantiküberquerung ein neues Kapitel der Geschichte der Luftfahrt aufgeschlagen. Noch im selben Jahr startete Ehrenfried Günther Freiherr von Hünefeld zusammen mit Herrmann Köhl und Fritz Loose zu der ungleich schwierigeren Ost-West-Passage. Zwar musste der Flug aufgrund der Wetterbedingungen und technischer Probleme abgebrochen werden, aber die Mannschaft kam mit wertvollen Erfahrungen zurück.

Gelandet - mit dem letzten Tropfen Benzin

Hünefeld - ein Kämpfertyp und von seiner Idee besessen - gab nicht auf. Als glühender Patriot wollte mit diesem  Unternehmen dazu beitragen, das Ansehen Deutschlands in der Welt nach dem verlorenen Krieg wieder herzustellen. Am 12. April startete er wiederum mit Köhl und dem irischen Major Fitzmaurice von Irland. Ziel: New York. Nach 36 Stunden Flug gegen heftigen Wind und bei schlechter Sicht waren sie mehr als 2000 km nach Norden abgetrieben worden. Buchstäblich mit dem letzten Tropfen Treibstoff landeten sie auf der kleinen Labrador-Insel Greenly Island. Mit großer Anerkennung und nach einem Triumphzug durch New York kehrten sie nach Deutschland zurück, wo sie begeistert empfangen wurden.

Noch im selben Jahr startete Hünefeld mit einem schwedischen Piloten zu einem Flug quer durch Ostasien nach Tokio. Wenige Monate später erlag er - 36 Jahre alt - einem Krebsleiden.

Die Junkers W33 vor dem Start zum Atlantikflug

Vor 60 Jahren begann die Luftbrücke - 1948 ein Schicksalsjahr für Berlin

Am 24. Juni 1948 riegelten die Sowjets die Zufahrtswege nach West-Berlin ab. Es dauerte nur wenige Tage, bis der amerikanische Präsident Truman entschied, die Versorgung Berlins über den Luftweg vorzunehmen. General Lucius D. Clay, der amerikanische Militärgouverneur vor Ort, hatte dabei einen maßgeblichen Einfluss. Clay - er wurde vor 110 Jahren geboren - gilt wohl zu recht als der "Vater der Luftbrücke".
 
Was vor nunmehr 60 Jahren folgte, war eine gigantische logistische Leistung, an der viele Menschen beteiligt waren. Güter aller Art wurden von alliierten Militärflugplätzen in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hessen über die Luftkorridore in das zerstörte Berlin geflogen. Zielflughäfen waren Tempelhof und Gatow und ab November der innerhalb von drei Monaten errichtete Flughafen Tegel im französischen Sektor.

Für die Menschen in Berlin bedeutete die Luftbrücke nicht nur die Sicherung ihrer physischen Existenz sondern auch das moralische Signal, dass sie selbstbewusst auf die Unterstützung des Westens zählen konnten. In seiner berühmten Rede an die "Völker der Welt" hat Ernst Reuter, damals Regierende Bürgermeister, dieser Stimmung Ausdruck verliehen.

Zu dieser Ausstellung - 2008 - ein Jubiläumsjahr der Fliegerei

In dieser Sonderausstellung des Steglitz-Museums geht es nicht vorrangig um die technischen, fliegerischen und logistischen Leistungen und Ergebnisse, Ziel ist es vielmehr, auf die Menschen hinzuweisen, die mit diesen Jubiläums- und Gedenktagen in Verbindung stehen: auf ihr Leben und die Lebensumstände, ihre Persönlichkeiten und ihre Schicksale.

Anflug auf Tempelhof

Berliner Junge hat einen Fallschirm gefunden


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Artikel geändert: 2008-05-12 16:53:49