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100 Jahre Teltowkanal
Die Brücken des Kanals und ihre Geschichte(n)

Die Ausstellung des Steglitz-Museums zeigt die Geschichte der Brücken und Geschichten, die sich um sie herum gebildet haben - insbesondere aus unserem Stadtbezirk. Bilder von einst und jetzt sowie Texte zeigen, was aus den Brücken von damals geworden ist, und erzählen von Menschen, deren Schicksale sich im Laufe der Zeit mit diesen Bauwerken verbunden haben. -

Wie alles anfing

Als am 22. Dezember 1900 die Bauarbeiten zum Teltowkanal mit dem symbolischen Spatenstich des Kronprinzen Wilhelm im Park von Babelsberg begannen, waren schon 40 Jahre vergangen, seit über den Kanalbau nachgedacht wurde. Initiator und Motor des Vorhabens war der Landrat des Kreises Teltow, Ernst Stubenrauch, der für seinen unermüdlichen Einsatz den Beinamen "Vater des Teltowkanals" erhielt und vom Kaiser den erblichen Adelstitel.

 


Bilder zur Ausstellung in einer kleinen Bildergalerie

In der Beschreibung der Projektleiter, der Ingenieure Christian Havestadt und Max Contag wurden mit dem Kanal, der Dahme und Spree mit der Havel verbinden sollte, drei Ziele verfolgt:

Sechs Jahre Bauzeit

Der Bau des fast 38 km langen Kanals mit insgesamt 55 Brücken wurde durch die geologischen Bedingungen erschwert: teilweise war es der hohe Grundwasserspiegel, teils ein ungünstiger Baugrund oder auch sumpfiges Gelände. Jede Kanalseite bekam einen Leinpfad für das Gleis der Treidelbahn, die die Schiffe durch den Kanal zog.

Am 2. Juni 1906 wurde der Teltowkanal feierlich eröffnet. Dort wo der Kronprinz den ersten Spatenstich getan hatte, spannte sich am Tag der Eröffnung ein weiß-rotes Seidenband von Ufer zu Ufer. Als die kaiserliche Yacht "Alexandria" mit dem Kaiser und seiner Familie, Landrat von Stubenrauch und den Königlichen Bauräten Havestadt und Contag an Bord diese Einfahrt passiert hatte, war die neue Wasserstraße offiziell eröffnet. Für die freie Fahrt von Babelsberg bis Grünau musste allerdings das letzte Teilstück bei Lichterfelde noch fertig gestellt werden. Am 22. Dezember 1906, dem 6. Jahrestag des ersten Spatenstichs, konnte Landrat von Stubenrauch den Kanal in seiner gesamten Länge freigeben.

Der Zweite Weltkrieg und das geteilte Berlin

In der Endphase des Zweiten Weltkriegs, versuchten Wehrmacht und SS-Verbände den Vormarsch der Roten Armee vom Süden her am Teltowkanal aufzuhalten. Er wurde zur Hauptkampflinie erklärt und nahezu alle noch verbliebenen Brücken zerstört. Nach für beide Seiten schweren, verlustreichen Kämpfen erzwangen die sowjetischen Truppen den Übergang über den Kanal und den Weg nach Berlin.
Für die Schifffahrt war die Situation danach beinahe aussichtslos: zerstörte Brücken, eingestürzte Uferbefestigungen, versenkte Schiffe und Munition machten den Kanal unpassierbar. Nachdem diese Hindernisse geräumt waren, war es die politische Lage im geteilten Deutschland, die eine Wiederaufnahme des geregelten Schiffsverkehrs verhinderte.

Der Teltowkanal war jetzt ein Stichkanal und konnte nur mit großen Umwegen und mehrfachen Grenz- und Zollkontrollen über den Britzer Zweigkanal bzw. den Neuköllner Kanal bis Lichterfelde genutzt werden. Die Zugänge im Westen von der Havel wie auch im Osten von Dahme und Spree blieben gesperrt.

Die Wiedereröffnung 1981

Erst aufgrund einer Vereinbarung von 1978 zwischen dem Berliner Senat und der DDR-Regierung war die Zufahrt vom Westen nach umfangreichen Bau- und Sanierungsarbeiten wieder frei: am 20. November 1981 fand die feierliche Wiedereröffnung statt. In ihrer Bedeutung, vor allem jedoch als Symbol für die Menschen in Berlin, stand sie der ersten Eröffnung im Jahre 1906 nicht nach.

Die Brücken und ihre Schicksale

Zahlreiche Brücken sorgten dafür, dass die durch den Kanal zerschnittenen Verbindungen zwischen den anliegenden Orten und Stadtteilen für Menschen und Verkehr wieder hergestellt wurden: 46 Straßen- und 9 Eisenbahnbrücken, zusätzliche Leinpfadbrücken für den Treidelbetrieb sowie reine Fußgängerbrücken bildeten ein dichtes Netz. Fast alle wurden in den letzten Kriegstagen zerstört.

Beim Wiederaufbau ab Sommer 1945 erhielten viele eine neue Gestalt. Die Bautechnik hatte sich in den vergangenen 40 Jahren weiter entwickelt, und es musste schnell und kostengünstig vorangehen.

Einige der Brücken wurden während der Teilung Berlins zu Grenzübergängen, andere waren gesperrt und verfielen, wieder andere wurden als Sperranlagen hergerichtet. Mit vielen verbinden sich menschliche Schicksale: Familien wurden getrennt, Flüchtlinge schafften hier den Weg in die Freiheit, manche verloren sie oder sogar ihr Leben.

Mit der Öffnung der Mauer und dem Wegfall der Grenze bekamen die Brücken einen neuen Stellenwert. Der Neu- bzw. Wiederaufbau der Kanalüberführungen wurde vorangetrieben. Der Bauzustand und die Verkehrsverhältnisse führten bei einigen Brücken zu Abriss und Neubau, andere wurden wieder hergerichtet bzw. saniert, an einige erinnern nur noch Pfeiler und Mauerreste.

Unsere Ausstellung

Die Ausstellung des Steglitz-Museums zeigt die Geschichte der Brücken und Geschichten, die sich um sie herum gebildet haben - insbesondere aus unserem Stadtbezirk. Bilder von einst und jetzt sowie Texte zeigen, was aus den Brücken von damals geworden ist und erzählen von Menschen, deren Schicksale sich im Laufe der Zeit mit diesen Bauwerken verbunden haben.

Ausstellungsflyer zum Downloaden [150 KB]

Bildergalerie von der Ausstellungseröffnung

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Artikel geändert: 2008-07-14 00:15:56